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Börse Daily News & Analysen - Insight
In unserem täglich erscheinenden Newsletter "Insight" erhalten Sie morgens einen DAX Ausblick. Zudem werden zwei weitere, spannende Basiswerte analysiert. Am Nachmittag, vor US Börseneröffnung, gibt es ein Update auf den DAX plus eine US-Indexanalyse.
Für die Aktionäre von Dürr war 2026 bislang ein Jahr zum Vergessen. Seit Jahresbeginn haben die Aktien des Maschinen- und Anlagenbauers aus Bietigheim-Bissingen rund 17 Prozent verloren, am vergangenen Donnerstag fielen sie mit 16,24 Euro auf den tiefsten Stand seit sechs Jahren. Belastet wird der Konzern vor allem von der Tochter BBS Automation, die im zweiten Quartal eine negative bereinigte operative Marge von 2,4 Prozent auswies. Dürr musste deshalb eine Firmenwertabschreibung von 90 bis 100 Millionen Euro verbuchen und ein Sparprogramm mit weltweit rund 500 Stellen auflegen. Die Sonderbelastungen summieren sich 2026 auf 140 bis 150 Millionen Euro.
Im Übernahmekampf um die Commerzbank will die italienische UniCredit offenbar deutlich schneller vorankommen als bisher geplant. Laut einem Bericht der Financial Times strebt UniCredit-Chef Andrea Orcel die Kontrolle über das Frankfurter Geldhaus bereits bis Ende Februar an, im besten Fall sogar schon im Januar. Bislang war vom zweiten Quartal 2027 die Rede. Über eine außerordentliche Hauptversammlung soll der gesamte Aufsichtsrat der Anteilseignerseite ausgetauscht und Vorstandschefin Bettina Orlopp abgesetzt werden. UniCredit hält einschließlich Kaufoptionen inzwischen 47,6 Prozent der Anteile. Der Bund, mit gut 12 Prozent zweitgrößter Aktionär, pocht auf zwei Sitze im Aufsichtsrat, die Orcel ihm laut dem Bericht verweigern will.
Auch am Dienstag hat der DAX den Ausbruch aus seiner Handelsspanne nicht geschafft. Zunächst sorgten Hoffnungen auf eine Entspannung im Nahen Osten für Rückenwind. Saudi-Arabien hat nach eigenen Angaben rund die Hälfte der Kapazität seiner Ost-West-Pipeline wiederhergestellt, was die Ölpreise spürbar drückte. Im Verlauf kletterte der deutsche Leitindex dadurch bis auf rund 25.610 Punkte. Wieder anziehende Anleiherenditen ließen die Gewinne bis zum Abend aber fast vollständig abschmelzen. Am Ende stand ein knappes Plus von 0,10 Prozent auf 25.399 Punkte.
Kaum ein Wert steht so sehr für den Speicherboom rund um künstliche Intelligenz wie Micron. Die Aktien des Speicherchip-Herstellers aus Boise im US-Bundesstaat Idaho haben sich zwischen Ende März und Ende Juni von 311,49 auf in der Spitze 1.255,00 US-Dollar ungefähr vervierfacht. Am Mittwoch nach US-Börsenschluss legt der Konzern die Zahlen zum vierten Geschäftsquartal vor, und die Messlatte liegt hoch.
Beim Konzernumbau hat Continental die entscheidenden Weichen gestellt. Nach der Abspaltung der Autoelektronik unter dem Namen Aumovio im vergangenen Jahr geht nun auch die Industriesparte ContiTech für 4,0 Milliarden Euro an den Finanzinvestor Lone Star. Der Abschluss ist bis Ende des Jahres geplant, Continental rechnet mit einem Mittelzufluss von rund 3,1 Milliarden Euro. Aus dem Hannoveraner Mischkonzern wird damit ein reiner Reifenhersteller. Das Management hatte bereits angekündigt, eine Sonderdividende und Aktienrückkäufe zu prüfen, entsprechend groß ist die Fantasie bei den Anlegern.
Der DAX hat am Montag einen weiteren Ausbruchsversuch aus seiner Seitwärtsbewegung verpasst. Zwischenzeitlich kletterte der deutsche Leitindex bis auf 25.576 Punkte, im späten Handel zogen ihn die schwachen US-Börsen jedoch wieder zurück. Am Ende stand ein Minus von 0,13 Prozent auf 25.374 Punkte. Belastend wirkten erneut anziehende Ölpreise, nachdem US-Präsident Donald Trump einen iranischen Vorschlag zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus als nicht annehmbar bezeichnet hatte. Auch die Anleiherenditen stiegen wieder. Außerbörslich zeigte sich der DAX am Abend mit rund 25.550 Punkten allerdings schon wieder etwas fester.
Seit Mitte September steht der Ölpreis deutlich unter Druck. Dieser Abwärtstrend hat auch die Aktien großer Ölkonzerne belastet. Viele Werte haben sich inzwischen spürbar von ihren Jahreshochs entfernt. Beim US-Ölkonzern Chevron könnte nun sogar ein Verkaufssignal entstehen, sollte der Ölpreis weiter nachgeben. Noch ist die charttechnische Entwicklung allerdings nicht entschieden. Anleger sollten deshalb die Kursbewegung genau beobachten und zugleich mögliche Annäherungen zwischen den USA und dem Iran im Blick behalten.
Nach dem erfolgreichen Abschluss des vorübergehenden Korrekturtrends, der Anfang Juni begonnen hatte, dauerte es bis Mitte September, bis sich der Nasdaq 100 trotz teils sehr starker Kursschwankungen wieder nachhaltig erholen konnte. Anschließend gelang dem Index der Anstieg zurück in Richtung der Rekordstände aus dem Hochsommer. Nach einem vergleichsweise kurzen Rücksetzer nimmt der Nasdaq 100 nun erneut Kurs auf seine bisherigen Höchststände. Sollte der Index diese Marke erfolgreich überwinden, könnte daraus ein neues mittelfristiges Kaufsignal entstehen.