Täglich neue Aktientipps, Technische Analysen und Trading-Knowhow von Börsenexperten
Börse Daily News & Analysen - Insight
In unserem täglich erscheinenden Newsletter "Insight" erhalten Sie morgens einen DAX Ausblick. Zudem werden zwei weitere, spannende Basiswerte analysiert. Am Nachmittag, vor US Börseneröffnung, gibt es ein Update auf den DAX plus eine US-Indexanalyse.
Nach tagelangem Ringen der Anleger um die Aktie des US-Konsumgüterherstellers Johnson & Johnson haben sich schließlich die Verkäufer durchgesetzt. Nach der Ausbildung eines bärischen Chartmusters geriet die Aktie deutlich unter Druck und setzte ihre Abwärtsbewegung fort. Das daraus entstandene Verkaufssignal ist allerdings noch nicht vollständig abgearbeitet. Damit bleibt weiteres Abwärtspotenzial bestehen. Auf Tagesbasis ist die Aktie inzwischen bereits überverkauft. Auf Wochenbasis könnte allerdings noch ein weiterer Rückgang folgen, bevor die Korrektur abgeschlossen ist.
In dieser Woche startet in den USA wieder die Berichtssaison. Unter anderem veröffentlichen PepsiCo und Delta Air Lines ihre Geschäftszahlen. Dabei richtet sich der Blick vor allem auf die Frage, wie viel Geld den US-Verbrauchern angesichts gestiegener Preise und höherer Zinsen noch für Ausgaben zur Verfügung steht. Der DAX ist vergleichsweise ruhig in die neue Woche gestartet. In der vergangenen Woche hatte der deutsche Leitindex kurz seinen 200-Tage-Durchschnitt getestet. Klare Signale für die weitere Richtung lassen sich daraus derzeit allerdings nur schwer ableiten. Der DAX befindet sich weiterhin in einer Konsolidierungsphase, die nach dem jüngsten Rekordhoch anhält.
Für Wells Fargo waren die vergangenen Wochen schmerzhaft. Seit dem Septemberhoch bei 91,99 Dollar sind die Aktien der viertgrößten US-Bank um rund 15 Prozent bis auf 78,00 Dollar eingebrochen, seit Jahresbeginn summiert sich das Minus auf knapp 14 Prozent. Den Anfang machte die Zinserhöhung der US-Notenbank am 16. September, die erste seit 2023. Anleger fürchten steigende Einlagenkosten und Druck auf die Zinsmarge. Zusätzlich belastete Ende September der Rückzug des obersten Risikochefs, dessen Aufgaben Betriebschef Scott Powell übernimmt. Am Freitag gingen die Aktien mit einem leichten Plus bei 80,45 Dollar aus dem Handel.
Bei Berkshire Hathaway ist der Generationswechsel inzwischen vollzogen. Seit Jahresbeginn führt Greg Abel als Vorstandschef die Geschäfte, am 18. September übergab Warren Buffett auch den Vorsitz im Verwaltungsrat an seinen Sohn Howard und ist seitdem Ehrenvorsitzender. Abel hat bereits gezeigt, dass er die Milliarden einsetzen will. Neben der Übernahme des Hausbauers Taylor Morrison baute Berkshire die Beteiligung an Alphabet deutlich aus und stockte zuletzt auch beim Hausbauer Lennar auf rund 11 Prozent auf. Zudem kauft der Konzern wieder eigene Aktien zurück, allein im zweiten Quartal für 4,5 Milliarden Dollar. Im gesamten Jahr 2025 hatte es keine Rückkäufe gegeben.
Nach dem Rutsch zum Quartalsauftakt hat sich der DAX am Freitag kräftig erholt. Auslöser war ein überraschend schwacher US-Arbeitsmarktbericht. Im September entstanden außerhalb der Landwirtschaft nur 29.000 neue Stellen, erwartet worden waren gut 80.000. Die Arbeitslosenquote stieg von 4,1 auf 4,2 Prozent. Damit sank die Wahrscheinlichkeit für eine weitere Zinserhöhung der US-Notenbank im Oktober deutlich. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen fiel vorübergehend unter 5,17 Prozent. Zusätzlich gab der Ölpreis nach. Brent verbilligte sich um 2,7 Prozent auf 99,45 Dollar, nachdem Berichte über eine mögliche Freigabe von Notreserven in der EU die Runde machten. Der deutsche Leitindex schloss 1,2 Prozent höher bei 25.231 Punkten.
Für Tesla steht am Freitag der erste große Test des Quartals an. Der Elektroautobauer veröffentlicht seine Auslieferungszahlen für das dritte Quartal. Die von Tesla selbst gesammelte Analystenschätzung liegt bei 461.974 Fahrzeugen. Das wären gut 7 Prozent weniger als im Rekordquartal des Vorjahres mit 497.099 Auslieferungen, als viele US-Käufer vor dem Auslaufen der Steuergutschrift für Elektroautos noch schnell zugriffen. Auch gegenüber dem zweiten Quartal mit 480.126 Fahrzeugen wäre es ein Rückgang. Damals hatte Tesla die Erwartungen allerdings um mehr als 74.000 Fahrzeuge übertroffen. Im Energiegeschäft rechnen die Analysten mit einem Rekord von 15,9 Gigawattstunden installierter Speicherkapazität.
Für die Aktionäre von JPMorgan war der September ein schwacher Monat. Rund 6,5 Prozent haben die Aktien der größten US-Bank im Monatsverlauf verloren, seit dem Rekordhoch vom August bei 366,50 Dollar sind es gut 9 Prozent. Belastet wird der gesamte Bankensektor von steigenden Anleiherenditen und einer flachen Zinskurve, die auf die Zinsmargen drückt. Hinzu kommt die Sorge vor strengeren Kapitalvorgaben. JPMorgan ist beim Kapitalaufschlag für global systemrelevante Banken um zwei Stufen auf 7,0 Prozent gestiegen, laut Goldman Sachs schrumpfen die Kapitalpuffer der großen US-Banken damit weiter. Am Donnerstag rutschten die Aktien im Tief bis auf 325,87 Dollar, erholten sich im Verlauf aber wieder auf gut 332 Dollar.
Der Start ins vierte Quartal ist dem DAX gründlich misslungen. Der Ölpreis zog am Donnerstag kräftig an, Brent verteuerte sich um fast 4 Prozent auf über 101 Dollar je Barrel. Gleichzeitig kletterte die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen auf 5,34 Prozent und damit auf den höchsten Stand seit zehn Jahren. Auslöser waren starke US-Konjunkturdaten. Vor allem die Preiskomponente im ISM-Index für die Industrie sprang von 71,1 auf 77,9 Punkte. Am Markt werden inzwischen bis zu vier weitere Zinserhöhungen der US-Notenbank eingepreist. Der deutsche Leitindex schloss 1,0 Prozent tiefer bei 24.939 Punkten und damit auf dem tiefsten Stand seit Ende Juli.