Call auf Vonovia: Gegenbewegung fällig!

Vonovia: Marktteilnehmer überschiessen eventuell!


Auf der Aktie der Vonovia lastet ein Abverkauf am gestrigen Donnerstag im Ausmaß von über 12 Prozent. Ein entscheidender Faktor sind die kriegerischen Auseinandersetzungen im Mittleren Osten und deren Auswirkungen auf den Öl- und Gaspreis. Dies führt wiederum zu einem strengeren Zinsregime, was bei Vonovia das immobile Vermögen sinken lässt.

Sowohl die Europäische Zentralbank (EZB) als auch die US-Notenbank (Federal Reserve, FED) halten derzeit die Zinssätze stabil. Auch der Ausblick für das laufende Jahr führt dazu, dass sich die Marktteilnehmer von Zinssenkungsfantasien verabschieden. Für die Aktionäre von Vonovia stellen diese Entwicklungen keine günstigen Nachrichten dar. Neben den Enttäuschungen, die durch die Entscheidungen der Zentralbanken verursacht werden, kommt der Ausblick von CEO Luka Mucic hinzu. Obwohl die Dividende leicht auf 1,25 Euro pro Aktie steigt, die Mieten im Jahr 2025 im Durchschnitt um 4,6 Prozent zugenommen haben und das Nettoergebnis auf 4,8 Milliarden Euro angewachsen ist, entscheiden sich die Mehrheit der Aktionäre für einen Verkauf ihrer Anteile. Wahrscheinlich stößt bei ihnen der geplante Verkauf von Vermögenswerten in Höhe von fünf Milliarden Euro bis 2028 auf Ablehnung.

Zum Chart

Mit dem Verkauf von Eigentum im Ausmaß von fünf Milliarden Euro wird Europas größter Vermieter ein Stück weit weniger von potenziell hohen Zinsen tangiert. Die Aktien von Vonovia reagieren aufgrund des Leverage-Effekts bei der Immobiliennachfrage empfindlich auf Zinsänderungen. Die vor mehr als drei Jahren einsetzenden Zinserhöhungen haben die Kursentwicklung deutlich belastet. Innerhalb von 15 Monaten verlor die Aktie nahezu den gesamten Kursgewinn seit dem Börsengang. Am 28. März 2023 erreichte der Aktienkurs mit 15,27 Euro ein Allzeittief. Die durch die Umkehr der Leitzinsen ausgelöste Kurserholung wurde ab Anfang Juni 2023 vom Markt vorweggenommen. Diese Aufwärtsbewegung hielt bis Ende Oktober 2024 an, bevor sie wieder gebrochen wurde. Die anschließende Abwärtsphase schien Ende April 2025 überwunden, nachdem die obere Begrenzung des Trendkanals durchbrochen wurde. Bislang folgten jedoch rückläufige Kurse entlang der Trendkanalbegrenzung einschließlich des gestrigen Handelstages. Dabei wurde im Zuge dieses 12,12-prozentigen Kursrückgangs die gewichtige Unterstützung bei 24,03 Euro durchbrochen. Erst am Niveau bei 21,53 Euro stoppte gestern der Abverkauf. Gleichwohl kann das Ausmaß des Ölpreisschocks noch nicht annähernd genau abgeschätzt werden. Eine Eskalation könnte zu einem steigenden Zinsregime führen und somit den Kurs mittelfristig belasten. Es ist aber auch möglich, dass die Marktteilnehmer am gestrigen Handelstag weit über das Ziel hinausgeschossen sind.

Vonovia SE (Tageschart in Euro)

Tendenz:

Wichtige Chartmarken

Widerstände: 24,03 // 25,48 Euro
Unterstützungen: 21,53 // 19,31 Euro

Fazit

Risikobereite Anleger, die von einer steigenden Aktie der Vonovia SE bis auf 24,05 Euro ausgehen, könnten mit einem Call-Optionsschein (WKN MM9CRE) überproportional mit einem Omega von 3,80 profitieren. Bei angenommener konstant hoher impliziter Volatilität von 41 % und dem Ziel bei 24,05 Euro (0,42 Euro beim Optionsschein) ist bis zum 20.04.2026 eine Rendite von rund 40 % zu erzielen. Fällt der Kurs des Underlyings in dieser Periode auf 19,85 Euro, resultiert daraus ein Verlust von rund 33 % beim Optionsschein. Das Chance-Risiko-Verhältnis beträgt somit 1,20 zu 1, wenn bei 19,85 Euro (0,2 Euro beim Schein) eine Stop-Loss Order vorgesehen wird.

Strategie für steigende Kurse
WKN: MM9CRE Typ: Call-Optionsschein
akt. Kurs: 0,249 – 0,28 Euro Emittent: Morgan Stanley
Basispreis: 22,00 Euro Basiswert: Vonovia SE
akt. Kurs Basiswert: 21,61 Euro
Laufzeit: 18.06.2027 Kursziel: 0,42 Euro
Omega: 3,80 Kurschance: + 40 Prozent
Quelle: Morgan Stanley



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