Immo-Werte steigen

Call auf Vonovia: Nullzinsphase bleibt


Die Nullzinsphase geht weiter. Die EZB hat das so entschieden. Das spielt den Immo-Unternehmen in die Karten. Von steigenden Notierungen könnte ein Call-Optionsschein auf die Vonovia-Aktie mit Basispreis bei 40 Euro und Fälligkeit erst im Dezember 2021 überproportional profitieren.

Anfang März gab die EZB bekannt, an ihrer sehr lockeren Geldpolitik festhalten zu wollen. Wie erwartet wurde der Leitzins auf seinem historischen Tief bei null Prozent nicht verändert. Aber auch der Ausblick ließ darauf schließen, dass die Zinsen für längere Zeit, mindestens über das laufende Jahr hinaus, auf dem aktuellen oder sogar einem tieferen Niveau bleiben werden. Zuvor hatten sich die Euro-Währungshüter nur bis zum Sommer festgelegt gehabt. Zudem stellten sie den Euroraum-Banken neue Langfristkredit zur Verfügung.

Mit der Entscheidung schoss die Vonovia-Aktie, wie die Papiere anderer Immobilienkonzerne auch, innerhalb weniger Tage vom Zwischentief bei 42,41 auf ein neues Hoch bei 46,46 Euro nach oben. Nach einer kurzen Erholung des Erreichten setzte die Aktie des Bochumer Konzerns seinen Anstieg bis auf ein neues Allzeithoch bei 47,28 Euro fest und notiert momentan knapp darunter. Übergeordnet lässt sich ein langfristiger Aufwärtstrend zwischen 40,80 und 50,20 Euro feststellen, indem sie sich zur Oberseite bewegt.

Nicht nur durch die EZB-Aussagen zu den Zinsen, auch weitere Daten und Prognosen sorgten in den letzten Wochen für Konjunkturskepsis. Allen voran war es der tief gefallene deutsche Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe, der heute vor einer Woche die Alarmglocken schrillen und die Märkte fallen ließ. Nicht nur die EZB, sondern auch mehrere Konjunkturforscher gingen zuletzt von einem geringeren Wirtschaftswachstum aus. Daneben sorgen die Dauerthemen Brexit und Handelsstreit für ungeliebte Unsicherheit.

Zur Bestätigung, dass in Zeiten niedriger Zinsen die Geschäfte für Immo-Konzerne gut laufen, legte Vonovia Anfang März positive Zahlen vor. Das operative Ergebnis nach Zinsen und Steuern, in der Branche FFO 1 genannt, stieg um 15,8 Prozent, wobei diese Entwicklung vor allem auf den Zukäufen von Victoria Park in Schweden in Buwog in Österreich beruhte. Zum Stichtag umfasste das Immobilienportfolio von Vonovia rund 396.000 Wohneinheiten, davon 23.000 Wohnungen in Österreich und 14.000 in Schweden.

Mit höheren Kurszielen reagierten die Analysten. Die US-Investmentbank Goldman Sachs nahm die Aktie des nach eigenen Angaben führenden privaten Wohnungsunternehmen Europas auf ihre Conviction Buy List auf, hob dabei das Kursziel von 51,10 auf 52,60 Euro an. Ihre Begründung: Der Wohnungsmarkt in Europa dürfte expandieren und weiter konsolidieren, wofür Vonovia am besten positioniert sei. JP Morgan urteilte, dass deutsche Wohnimmobilien-Aktien auch bei nachlassendem Wachstum weiterhin eine gute Wahl seien.

Die Schweizer Großbank UBS hatte ihre die Einschätzung für Vonovia nach Zahlen auf Kaufen mit einem Kursziel von 60 Euro belassen. Die Aktie bliebe einer der aussichtsreichsten Immobilienwerte, fanden die UBS-Analysten. Weniger optimistisch äußerten sich Jefferies und Nord-LB, deren Kursziele sind am unteren Ende der zwischen 41 und 60 Euro breiten Spanne befanden. Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis der Vonovia-Aktie für das Jahr 2020 (KGV20e) liegt bei 19 und die geschätzte Dividendenrendite bei 3,6 Prozent.

Vonovia (Tageschart in Euro)

Tendenz:

Vonovia (Wochenchart in Euro)

Wichtige Chartmarken

Widerstände: 46,46 // 47,28 // 50,20
Unterstützungen: 44,89 // 42,41 // 40,80

Mit einem Call-Optionsschein (WKN ST6YJ7) könnten risikofreudige Anleger, die von einer steigenden Vonovia-Aktie ausgehen, profitieren. Der Optionsschein mit Basispreis bei 40 Euro und Fälligkeit am 15.12.2021 könnte eine Rendite von 138 Prozent erzielen, wenn die Aktie bis Laufzeitende bis auf 60 Euro steigt. Sollte sie höher steigen oder das Ziel früher erreichen, wäre ebenso eine höhere Rendite möglich. Um aktuell einen Gewinn zu erzielen, müsste die Aktie mindestens um 48,40 Euro (Break-Even-Punkt) schließen.

Zu beachten ist: Falls die Aktie am Bewertungstag unter 40 Euro schließt, verfällt dieser Optionsschein wertlos. Ansonsten wird die Differenz zwischen Kurs und Basispreis zum Bezugsverhältnis von 0,1 ausbezahlt. Ein Ausstieg aus dieser spekulativen Idee könnte erwogen werden, sollte die Aktie die derzeitige Richtung ändern und unter 42,50 Euro fallen. Im Optionsschein könnte daher ein risikobegrenzender Stoppkurs bei 0,59 Euro gesetzt werden. Das Chance-Risiko-Verhältnis dieser spekulativen Idee beträgt 4,6 zu 1.

Strategie für steigende Kurse
WKN: ST6YJ7 Typ: Call-Optionsschein
akt. Kurs: 0,83 – 0,84 Euro Emittent: Société Générale
Basispreis: 40,00 Euro Basiswert: Vonovia
akt. Kurs Basiswert: 46,19 Euro
Laufzeit: 15.12.2021 Kursziel: 2,00 Euro
Omega: 3,7 Kurschance: + 138 Prozent
Société Générale

Optionsschein-Update: Cisco

Die Mitte Februar vorgestellte Idee, mit einem Call-Optionsschein (WKN ST04VA) mit einem Basispreis von 40 US-Dollar und Fälligkeit am 20.12.2019 auf eine steigende Cisco-Aktie zu setzen, notiert zur Stunde zum Geldkurs von 1,24 Euro und liegt mit 44 Prozent im Plus. Der bei 1,12 Euro platzierte Stoppkurs erwies sich in der Marktschwäche am letzten Freitag als gut platziert und wurde nicht ausgelöst. Seitdem holte die Aktie ihre Verluste wieder auf, so dass der Optionsschein wie vor einer Woche hoch im Gewinn steht. Der Stoppkurs, der einen Gewinn von 30 Prozent absichert, könnte vorerst stehenbleiben.

Cisco (Tageschart in US-Dollar)

Tendenz:

Optionsschein-Update: IBM

Die Ende Januar vorgestellte Idee, mit einem Call-Optionsschein (WKN MF9J98) mit einem Basispreis von 120 US-Dollar und Fälligkeit am 18.12.2019 auf eine steigende IBM-Aktie zu setzen, notiert zur Stunde zum Geldkurs von 2,05 Euro und liegt mit 25 Prozent im Plus. Die Aktie bewegt sich nach einem Hoch um 142 US-Dollar knapp darunter zur Seite. Wer den Gewinn nicht mitnehmen, sondern in der Erwartung steigender Kurse hier investiert bleiben möchte, kann den risikobegrenzenden Stoppkurs im Basiswert auf 135 US-Dollar mitnehmen, womit sich im Optionsschein ein neuer Stoppkurs bei 1,76 Euro ergibt.

IBM (Tageschart in US-Dollar)

Tendenz:

Optionsschein-Update: Apple

Ausgestoppt wurde die Optionsschein-Idee, mit der WKN ST1AT3 auf eine steigende Apple-Aktie zu setzen. Nach einem Hoch bei 197,69 US-Dollar fielen die Notierungen zurück und lösten dadurch den Stoppkurs aus. Die Präsentation neuer Apple-Produkte, vorgestellt wurde wie erwartet ein Streamingdienst, zündete kein Kursfeuerwerk. Allerdings befindet sich die Aktie weiterhin im Aufwärtstrend, der aktuell zwischen 179 und 198 US-Dollar beschrieben werden kann. Der von uns auf 2,26 Euro nachgezogene Stoppkurs wurde ausgelöst, wodurch diese Position über dem Vorstellungskurs ausgestoppt wurde.

Optionsschein-Update: Netflix

Ausgestoppt wurde auch die Optionsschein-Idee, mit der WKN MF5U18 auf eine steigende Netflix-Aktie zu setzen. Nach einem Hoch bei 379 US-Dollar zeigten sich eine Ermüdung im seit Jahresbeginn verfolgten Aufwärtstrend, der in den letzten Tagen mit einem Abwärtslauf verlassen wurde. Noch bewegt sich die Aktie zwischen 340 und 380 US-Dollar seitwärts, doch die Absicherung nach unten, die zuvor durch die Unterseite des Trendkanals gegeben war, fehlt. Der von uns auf 5,64 Euro nachgezogene Stoppkurs wurde ausgelöst, wodurch auch diese Position über dem Vorstellungskurs ausgestoppt wurde.

Optionsschein-Update: Micron

Ausgestoppt wurde die Optionsschein-Idee, mit der WKN MF7NUZ auf eine steigende Micron-Aktie zu setzen. Seit dem Hoch bei 44,21 US-Dollar am letzten Donnerstag ging sie in eine Schwächephase über, da sich die allgemeine Skepsis durch Konjunktursorgen auf den Technologiewerten niederschlug. Dagegen konnte sich die Micron-Aktie trotz positiver Analystenstimmen (RBC Capital nannte gestern ein Kursziel von 50 US-Dollar) nicht stemmen. Die Aktie brach aus ihrem Aufwärtstrend mit Kursen unter 40 US-Dollar nach unten aus, so dass der Stoppkurs erreicht wurde und die Idee mit einem Verlust endete.


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