Akorn-Urteil erwartet

Call auf Fresenius: Befreiungsschlag?


Muss Fresenius Akorn nun übernehmen oder nicht? Ein US-Gericht entscheidet demnächst darüber. Erste Informationen zum Prozess sind jetzt nach außen gedrungen. Ein Call-Optionsschein mit einem Basispreis bei 60 Euro und Fälligkeit im November könnte von einer steigenden Fresenius-Aktie profitieren. Im Update: Lufthansa.

Fresenius befindet sich zurzeit im Streit gegen Akorn. Eigentlich wollten die Bad Homburger den US-Generika-Hersteller für eine Summe von 4,4 Milliarden Euro übernehmen, doch sagten die Übernahme überraschend ab. Der Grund: Laut anonymen Hinweisen soll Akorn für die Zulassung von Medikamenten relevante Tests manipuliert haben. Nun entscheidet ein Gericht darüber, ob Fresenius Akorn, das die Vorwürfe abstreitet und nach wie vor auf die Übernahme besteht, nach den vorherigen Zusagen übernehmen muss, oder eben nicht. An der Börse wurden die Pläne ohnehin skeptisch beurteilt. Das war ein Grund, weshalb die Fresenius-Aktie unterdurchschnittlich abschnitt.

Urteil erwartet

Dem Medizinkonzern stehen nun noch einmal ungewisse Tage bevor, bis ein US-Gericht im Bundesstaat Delaware darüber wird entscheiden. Am Donnerstag hatten sich beide Seiten zu ihren Schlussplädoyers erneut vor Gericht getroffen. Die Argumentation Akorns lautet, dass Fresenius nur einen Grund für einen Rückzieher suche, da die Zahlen eingeknickt seien. Fresenius-Chef Stephan Sturm, der dieses Geschäft maßgeblich eingefädelt und lange auch gegen Kritik verteidigt hatte, war dazu eigens in die USA gereist. Wenige Informationen drangen nach außen, doch sprach Richter Travis Laster von keinem einfachen Fall. Einen Gewinner werde es aber nicht geben.

Tendenz steigend

Der Richter hat nun 90 Tage Zeit, über den Fall zu entscheiden. Wann die Entscheidung fallen werde, stehe noch nicht fest. Sturm erklärte, dass er mit einer Einigung bis Frühjahr 2019 rechne. Am Donnerstag war die Akorn-Aktie an der Wall Street um mehr als siebzehn Prozent gefallen, nachdem Händler die Fragen des Richters als negativ für den US-Konzern interpretiert hatten. Das ließ ebenfalls die Fresenius-Aktie am Freitag zum Handelsbeginn steigen. Dadurch setzte sie ihre positive Tendenz der letzten Tage fort, nachdem sie im seit Ende März gültigen Aufwärtstrendkanal zwischen 64,50 und 72,90 Euro zuletzt die Unterseite angelaufen und bestätigt hatte.

Analysten positiv

Nach einem Zwischenhoch bei 71 Euro von Anfang August war sie rasch gefallen, zeigt nun aber eine Gegenbewegung auf die zuvor gesehenen Verluste. Analysten gaben zuletzt nach einer Phase der Zurückhaltung wieder positivere Bewertungen zur Fresenius-Aktie ab. Die britische Investmentbank Barclays beließ ihre Einstufung auf Übergewichten mit einem Kursziel von 80 Euro. Zuvor hatte das US-Analysehaus Bernstein Research ein Ziel von 83 Euro ausgegeben, nachdem die Zahlen zum zweiten Quartal die Erwartungen erfüllt hatten. Mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis für dieses Jahr von 19 schneidet die Aktie zudem im Branchenvergleich gut ab.

Fresenius (Tageschart in Euro)

Tendenz:

Wichtige Chartmarken

Widerstände: 71,00 // 71,36 // 72,29 // 72,90
Unterstützungen: 64,50 // 64,10 // 60,15 // 59,76

Mit einem Call-Optionsschein (WKN DS6A6S) können risikofreudige Anleger, die von einer wieder steigenden Fresenius-Aktie ausgehen, überproportional profitieren. Der klassische Optionsschein mit einem Basispreis bei 60 Euro und einer Fälligkeit am 14.11.2018 kann eine Rendite von 90 Prozent erzielen, wenn die Aktie bis zum Laufzeitende bis 75 Euro steigt. Sollte sie sogar höher steigen oder das Ziel vorzeitig erreichen, könnte mit dieser spekulativen Optionsschein-Idee auch eine höhere Rendite erzielt werden.

Zu beachten ist: Falls die Aktie am Bewertungstag unter dem Basispreis von 60 Euro notiert, verfällt der Optionsschein wertlos. Sonst wird die Differenz zwischen Kurs und Basispreis zum Bezugsverhältnis von 0,1 ausbezahlt. Um aktuell einen Gewinn zu erzielen, müsste die Aktie am Bewertungstag unter gleichen Bedingungen bei 67,90 Euro (Break-Even-Punkt) schließen. Ein Ausstieg aus dieser spekulativen Idee kann dagegen erwogen werden, sollte die Aktie unter die im Chart dargestellte Unterstützung um 64 Euro fallen.

Strategie für steigende Kurse
WKN: DS6A6S Typ: Call-Optionsschein
akt. Kurs: 0,78 – 0,79 Euro Emittent: Deutsche Bank
Basispreis: 60,00 Euro Basiswert: Fresenius
akt. Kurs Basiswert: 66,98 Euro
Laufzeit: 14.11.2018 Kursziel: 1,50 Euro
Omega: 6,63 Kurschance: + 90 Prozent
Quelle: Börse Frankfurt


Optionsschein-Report-Update: Lufthansa

Unsere vor zwei Wochen vorgestellte Optionsschein-Idee, mit der WKN SC31FQ auf eine steigende Lufthansa-Aktie zu setzen, befindet sich im Gewinn. Der klassische Call-Optionsschein mit einem Basispreis von 20 Euro und einer Fälligkeit am 19.06.2019 notiert zur Stunde zum Geldkurs von 4,16 Euro und liegt mit 8,3 Prozent im Plus. Nach dem Ausbruch aus dem Abwärtstrend hält sich die Lufthansa-Aktie über dem Support um 22,50 Euro. Wer seinen Gewinn noch nicht mitnehmen, sondern in der Erwartung einer steigenden Aktie in dieser spekulativen Position investiert bleiben möchte, beachtet, dass dieser Optionsschein wertlos verfällt, wenn die Aktie am Bewertungstag unter dem Basispreis von 20 Euro notiert. Ansonsten wird die Differenz zwischen Kurs und Basispreis zum Bezugsverhältnis von 1,0 ausbezahlt.

Lufthansa (Tageschart in Euro)

Tendenz:

Wichtige Chartmarken

Widerstände: 23,69 // 23,97 // 24,45
Unterstützungen: 22,71 // 22,64 // 22,34

Interessenkonflikt

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